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Umwelterkrankungen

Als Umwelterkrankungen werden all jene Krankheitsbilder bezeichnet, die nachweislich durch bestimmte Umweltfaktoren begünstigt, ausgelöst und aufrechterhalten werden. Zahlreiche Erkrankungen werden überdurchschnittlich oft in Zusammenhang mit Umweltfaktoren gebracht. Ein Teil davon kann auch ohne diese Einflüsse auftreten (z. B. Migräne), manche Krankheitsbilder entstehen ausschließlich durch äußere Faktoren (z. B. Pollenallergie). Erforscht werden Umwelterkrankungen durch die Umweltmedizin.

Zwei besonders bedeutende Umwelterkrankungen

Die Anzahl an Umwelterkrankungen ist sehr groß. Aufgrund ihrer umfangreichen Beschwerden und schwierigen Behandlung haben die zwei folgenden Symptomkomplexe eine besondere Bedeutung in der Umweltmedizin:

  1. Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS)
  2. Chronisches Müdigkeits-/Fatigue-Syndrom (CFS)

Die Multiple Chemikalien-Sensitivität

Die Multiple Chemikalien-Sensitivität ist eine chronische Erkrankung. Der Patient reagiert dabei auf eine Vielzahl an in der Umgebung vorkommenden Chemikalien mit einer ausgeprägten Unverträglichkeit. Auslöser sind insbesondere Duftstoffe, Lösungsmittel, Feinstaub, Zigarettenrauch, Schwermetalle, Pestizide, Insektizide, Schimmelpilze, Autoabgase, Flammschutzmittel, Industrieabgase etc.

Das Chronische Müdigkeits-Syndrom (Chronisches Fatigue-Syndrom)

Das Chronische Müdigkeits-Syndrom beschreibt einen häufig durch Umweltfaktoren ausgelösten, medizinisch anders nicht mehr erklärbaren und lange anhaltenden Zustand der Müdigkeit und Erschöpfung. Auch ausgedehnte Pausen oder Schlafphasen führen nicht mehr zu einer adäquaten Erholung des Betroffenen.  

Weitere Erkrankungen, die als Umwelterkrankungen auftreten können

  • ADHS
  • Asthma
  • Autoimmunerkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Darmentzündungen
  • Depressionen
  • Fibromyalgie
  • Heuschnupfen
  • Kontaktallergien
  • Migräne
  • Multiple Sklerose
  • Neurodermitis
  • Polyneuropathien
  • Schuppenflechte
  • Strahlenkrankheit

Hierbei handelt es sich nur um eine Aufzählung besonders häufiger Umwelterkrankungen. Es existiert eine Vielzahl weiterer Krankheiten, die in Verbindung mit Umweltfaktoren stehen.

Als unmittelbare Folgen einer Schwermetall- und Organophosphat-Vergiftung können auftreten:

  • Atemnot
  • Bewusstlosigkeit
  • Brustenge
  • Herzrasen
  • Hustenkrämpfe
  • Ohnmacht
  • Schweißbildung
  • Zittern

Eher langfristige Folgen einer Schwermetall- und Organophosphat sind beispielsweise:

  • Depression
  • Fehlgeburt
  • Schlafstörungen
  • Stoffwechselerkrankungen (Leaky-Gut-Syndrom)

 

Umwelterkrankungen: Noch nicht lange als solche bekannt

Die wachsende Kenntnis der Umwelt, deren Belastung und die Einflüsse auf den menschlichen Organismus haben zur Kategorisierung von Umwelterkrankungen beigetragen und sogar eine eigene Facharztrichtung herausgebracht – die Umweltmedizin. Umweltmediziner untersuchen vor allem die Wechselwirkungen zwischen Umweltfaktoren und den Menschen sowie den daraus resultierenden Gesundheitsgefahren.

Welche Faktoren führen zu Umwelterkrankungen?

Umwelterkrankungen werden, wie der Name bereits verrät, durch verschiedene Umweltfaktoren hervorgerufen. Eine häufige Unterteilung dieser Faktoren erfolgt in biologische, chemische und physikalische Einflüsse. Überall dort können Faktoren vorliegen, welche die Gesundheit der umliegend lebenden Menschen belasten. Umgangssprachlich spricht man von sogenannten „Triggern“, die eine oder mehrere Umwelterkrankungen auslösen.

Biologische Umweltfaktoren

Hierzu gehören beispielsweise Krankheitserreger, die sich durch besondere Bedingungen vermehrt ansiedeln. Falsche Lagerungsbedingungen von Lebensmitteln und ungünstige bauliche Bedingungen beispielsweise führen regelmäßig zur Ansiedlung krankmachender Keime und/oder Schimmelpilzen. Auch eine Belastung durch Pollen oder Zecken und weitere Schädlinge ist ein möglicher Auslöser von Umwelterkrankungen. Weniger bekannt, aber trotzdem verbreitet sind auch Giftpflanzen, die aus tropischen Regionen in unsere Breiten eingebracht wurden.

Chemische Umweltfaktoren

Zur dieser Gruppe gehören vor allem Umweltgifte. Die laut Deutschem Naturschutzring gefährlichsten Umweltgifte sind:

  • Arsen
  • Blei
  • Chrom
  • Pestizide (Schädlingsbekämpfungsmittel)
  • Quecksilber
  • Radionukleide (radioaktive Teilchen)

Durch Kosmetika, Medikamente, Waschmittel etc. gelangen überdies viele synthetische Verbindungen in die Umwelt und reichern sich dort an. Eine besondere Bedeutung für die Entstehung von Umwelterkrankungen haben zudem Luftschadstoffe wie Stickoxide oder Feinstaub sowie baubezogene Schadstoffe (wie z. B. Asbest und Polychlorierte Biphenyle).

Physikalische Umweltfaktoren

Zu den physikalischen Umweltfaktoren gehören beispielsweise radioaktive Strahlung oder Infraschall. Auch Lärm, UV-Strahlung und elektromagnetische Felder werden dieser Gruppe zugeordnet.  

Wie werden Umwelterkrankungen diagnostiziert und behandelt?

Das medizinische Fachgebiet, welches Umwelterkrankungen erforscht, schädigende Faktoren identifiziert und Empfehlungen zur Beseitigung herausgibt, ist die Umweltmedizin. Auch agiert sie beratend bei der Diagnostik und Therapie von Umwelterkrankungen. Gleichwohl wird die eigentliche Untersuchung und Behandlung der Patienten in der Regel von dem zur jeweiligen Erkrankung passenden Facharzt/Fachklinik behandelt.

Beteiligte medizinische Fachgebiete

Die Umweltmedizin agiert auf diese Weise in enger Zusammenarbeit mit weiteren medizinischen Teilbereichen.

Hierzu gehören vor allem:

  • Pneumologie
  • Kardiologie
  • Allergologie
  • Dermatologie
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Psychologie

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