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Sonnenallergie: Quaddeln und Brennen bei UV-Strahlung  

Die Sonnenallergie verhindert eine der beliebtesten Urlaubstätigkeiten: Ausgiebiges Sonnenbaden, um mit einer knackigen Bräune in heimatliche Gefilde zurückzukehren. Schließlich lösen schon geringe Mengen an UV-Strahlung unangenehme Beschwerden wie Quaddeln, Brennen oder Juckreiz aus. Normalerweise besitzt unsere Haut einen natürlichen Schutzmechanismus gegen die Sonnenstrahlen. Genau dieser ist aber bei Betroffenen gestört.

Gleichwohl ist die Bezeichnung „Allergie“ in diesem Fall etwas irreführend, da die Rolle des Immunsystems bei der Entstehung einer Sonnenallergie noch nicht geklärt ist. Trotzdem hat sich der Begriff so etabliert. Der medizinische Fachbegriff lautet „Polymorphe Lichtdermatose“. Der Hautarzt (Dermatologe) stellt die Diagnose, indem er die Haut mit UV-Licht bestrahlt. Therapeutisch sollten sonnige Plätze gemieden, die Haut gekühlt und mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt werden. Oftmals bessern sich die Beschwerden mit der Zeit, verschwinden aber nur selten vollständig.

Genaue Ursachen der Sonnenallergie noch unklar

Eine genaue Ursache der Sonnenallergie konnte bisher nicht festgestellt werden. Es gibt aber verschiedene Theorien von Wissenschaftlern.

Echte Allergie durch Produktion bestimmter Verbindungen

Sollte diese Theorie zutreffen, handelt es sich tatsächlich um eine Allergie. Einige Wissenschaftler vermuten, dass durch Sonnenstrahlen im Körper eine Verbindung produziert wird, die als Allergen fungiert. Diese Substanz wird vom Immunsystem als Eindringling interpretiert, was eine klassische allergische Reaktion zur Folge hat.

Bildung freier Radikale

Vermutlich kennen Sie freie Radikale aus der Werbung. Hersteller von Anti-Aging-Cremes werben damit, dass ihre Produkte die aggressiven Sauerstoffmoleküle unschädlich machen und somit die Hautalterung bremsen. Klar ist, dass beim intensiven Sonnenbaden freien Radikale gebildet werden. Diese werden aber durch natürliche Mechanismen in der Haut rasch abgebaut. Nach Einschätzung mancher Wissenschaftler könnte genau dieser Vorgang bei Sonnenallergikern gestört sein. Die Anhäufung freier Radikale führt zu den typischen Hautschädigungen.

Nebenwirkung durch Medikamente

Keine natürliche Ursache einer Sonnenallergie, aber trotzdem ein verbreitetes Problem, ist die Überempfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlen als Nebenwirkung bestimmter Medikamente. Besonders bekannt ist dies bei Johanniskraut. Eine Vielzahl weiterer Wirkstoffe ist aber mit einer erhöhten Lichtempfindlichkeit assoziiert:

  • Schmerzmittel (Ibuprofen und Diclofenac)
  • Antibiotika (Tetrazyklin und Doxyzyklin)
  • Herzmedikamente (v. a. Amiodaron)
  • Antidiabetika

Hautärzte sprechen in diesen Fällen nicht von einer Sonnenallergie, sondern von einer photoallergischen Reaktion.

Sonderfall Mallorca-Akne

Es handelt sich medizinisch betrachtet nicht um Akne und natürlich können sie nicht nur auf Mallorca auftreten. Trotzdem hat sich der Begriff Mallorca-Akne durchgesetzt. Manchmal nennt man sie auch Sommer-Akne. Es handelt sich dabei um eine Hautreaktion auf ein Sonnenbad, nachdem man sich mit Sonnenschutzprodukten eingecremt hat.

Vor allem an den sonnenexponierten Stellen kommt es zu folgenden Symptomen:

  • Juckreiz
  • Rötungen
  • Pusteln
  • Knötchen

Ursache ist eine Reaktion zwischen der UVA-Strahlung der Sonne, den Fetten in der Sonnencreme sowie dem Talg der Haut. Die Lipide verstopfen die Hautporen und zusammen mit den Strahlen tritt eine Entzündung auf. Nach einigen Tagen im Schatten bilden sich die Beschwerden zurück. Vermeiden Sie in einem solchen Fall allzu fetthaltige Sonnenschutzmittel und gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die Sonne.

Typische Symptome können sehr schmerzhaft sein

Die Symptome sind besonders stark ausgeprägt, wenn die Haut – z. B. im Frühling – noch nicht richtig an die Sonne gewöhnt ist. Gesunde z. B. neigen dann eher zu einem Sonnenbrand. Sonnenallergiker verlieren ihre Beschwerden aber auch dann nicht, wenn die Haut bereits etwas mehr an UV-Strahlen gewöhnt ist. Typische Symptome sind:

  • Rötungen
  • Juckreiz
  • Bläschen
  • Knötchen
  • Pusteln
  • Quaddeln
  • Pickel
  • Brennen
  • Schwellungen
  • Schmerzen

Die klinischen Anzeichen treten insbesondere am Dekolleté, den Schultern und im Nacken auf. Auch die Innenseite der Arme und Beine ist häufiger betroffen als andere Körperpartien. Meistens treten die Symptome erst etwas verzögert zum Sonnenbad auf.

Sonnenallergie: Diagnose durch einen Hautarzt

Wenn Sie unter den genannten Symptomen leiden, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen. Zu Beginn wird Ihnen dieser einige Fragen zu den Beschwerden stellen. Wann treten diese auf? Welche Medikamente nehmen Sie ein? Auf Basis der Patientenbefragung und der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) erfolgen weitere Untersuchungen.

Betrachtung des Hautbildes

Die Betrachtung des Hautbildes stärkt den Verdacht auf eine Sonnenallergie, sofern die o. g. Symptome zutreffen. Folglich wird dem Arzt die Diagnostik erleichtert, wenn gerade akute Krankheitszeichen bestehen.

Bestrahlung der Haut mit UV-Licht

Provokationstest nennen Ärzte dieses Verfahren, indem die Symptome einer Allergie bewusst hervorgerufen werden, um die Diagnose zu sichern. Bei einer Pollenallergie beispielsweise erhält der Patient die Auslöser in der Arztpraxis verabreicht. Im Fall der Sonnenallergie wird die Haut nacheinander mit UV-A- und UV-B-Wellen bestrahlt. Zwei Fragen werden damit beantwortet:

  1. Ist Sonnenlicht überhaupt für die Beschwerden verantwortlich?
  2. Welche Art der UV-Strahlung ist ursächlich?

Gewebeprobe und Bluttest

Um sicherzugehen, dass keine andere Erkrankung dahinter steckt, führt der Hautarzt meist noch einen Bluttest und eine Gewebeprobe durch. Für Letztere nimmt er bei Ihnen eine kleine Hautbiopsie und untersucht diese unter dem Mikroskop.

Welche Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung?

So schwer es auch fällt: Ist die Diagnose gesichert, sollten Sie sich von direkter Sonneneinstrahlung möglichst fernhalten. Sofern sich dies nicht vermeiden lässt, tragen Sie etwa seine halbe Stunde vor Sonnenexposition ein Pflegeprodukt mit sehr hohem Lichtschutzfaktor auf.

Auch durch lange Bekleidung kann die Haut gut geschützt werden. Wählen Sie bei hohen Temperaturen ein möglichst helles und luftiges Outfit aus. Und vermeiden Sie die Mittagszeit zwischen 12:00 Uhr 15:00 Uhr, dann nämlich ist die Sonneneinstrahlung am intensivsten. Selbstverständlich sollten Sie Sonnenstudios strikt meiden, denn hier ist die UV-Strahlung besonders stark.

Medikamente gegen Sonnenallergie

Medikamente kommen bei schweren Verläufen zum Einsatz. Antiallergische Wirkstoffe lindern allzu starke Schmerzen und Juckreiz. Liegt eine ausgedehnte Entzündung vor, verschreibt der Arzt im Einzelfall kurzfristig Kortison. Kalzium- und Vitamin-E-Präparate können ebenfalls helfen.

Kühlen der betroffenen Stellen

Gegen die Symptome hilft es oftmals, wenn Sie die betroffenen Hautstellen kühlen. Dies kann mit feuchten Umschlägen oder Kühlakkus erfolgen. Achten Sie aber unbedingt darauf, kein Eis direkt auf die Haut aufzubringen. Dies würde mehr Schaden anrichten, als dass es hilft.

Phototherapie

Manche Patienten profitieren von einer Phototherapie, in der die Haut ganz langsam an vermehrte Sonnenstrahlen gewöhnt wird. Hierzu kommen spezielle UV-Lampen zur Anwendung, deren Intensität sitzungsweise verstärkt wird. Führt diese Therapie nicht zum Erfolg und ist der Leidensdruck immens, wird die Phototherapie mit der Gabe sog. Immunsuppressiva kombiniert. Das sind Wirkstoffe, die eine Reaktion des Immunsystems unterdrücken.

Hausmittel gegen Beschwerden der Sonnenallergie

Lange bewährt und durchaus erfolgreich sind Milchprodukte. Umschläge aus Joghurt, Quark, Buttermilch haben eine heilende Wirkung auf die geschädigte Haut. Einen doppelten Effekt aus Beruhigung und Kühlung der wunden Stellen erreichen Sie, wenn die Milchprodukte frisch aus dem Kühlschrank kommen. Weitere Hausmittel sind:

  • Lavendelöl
  • Aloe Vera
  • Ringelblumensalbe
  • Heilerde
  • Gurkenscheiben (gekühlt)

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